Der "Hungrige Wolf" ist ein Hügel bei Bad Kreuznach. Locator: JN39wu27
Im frühen 19. Jahrhundert ließ Kaiser Napoleon Bonaparte das seit Ende des 18. Jahrhunderts bestehende Netz optischer Telegrafenlinien deutlich erweitern, insbesondere auch in besetzte Gebiete. Eine wichtige Linie war z.B. die von Paris nach Berlin, von der in Metz eine Nebenstrecke nach Mainz abzweigte. Beim Angriff auf die französischen Linien, die final mit der Niederlage der großen Armee bei Waterloo endete, ließ Generalfeldmarschall Blücher sowohl die Hauptlinie, als auch "unsere" Nebenlinie zerstören. Heute findet man keine Überreste mehr.

Mittels eines Signalbuchs wurden Nachrichten in eine Abfolge von Zeigerstellungen kodiert. Diese wurden nacheinander eingestellt und von der benachbarten Station mit einem fest installierten Fernrohr beobachtet. Wenn der Nachbar die Zeigerstellung übernommen hatte, wurde das nächste Signal gesetzt. So konnten Nachrichten in Minuten über mehrere hundert Kilometer übermittelt werden. Natürlich nur bei geeignetem Wetter. Bei Nebel, Dunst oder Regen musste der berittene Bote ausrücken.
Der deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) und der Réseau des Émetteurs Français (REF) aktivierten am 24.8.2025 sämtliche früheren Standorte mit Handfunkgeräten, die eine ähnliche Reichweite haben wie damals die optischen Telegrafen. Eine Nachricht wurde mit unseren modernen Mitteln über 23 Stationen von Mainz nach Metz gesandt, und von dort eine Antwort zurück nach Mainz. Die Botschaft lautete "Freundschaft - Amitié" Aus Metz kam, wie originell, die Botschaft "Amitié - Frendschaft" zurück. Der Hinweg dauerte ca. 20 Minuten, weil die Deutschen das französische Wort und die Franzosen das deutsche Wort buchstabierten, der Rückweg war in nur 10 Minuten geschafft, weil niemand mehr buchstabieren musste.
Das Foto zeigt den nicht funktionsfähigen (die Zeiger sind nicht beweglich) Nachbau eines optischen Telegrafen, der bei Sprendlingen/Rheinhessen nahe des ursprünglichen Standortes als Attraktion für Touristen aufgebaut ist. Wie man am Foto erkennt, wurde er auch nicht am höchsten Punkt aufgebaut. Eine direkte Sichtverbindung zum südwestlich gelegenen Standort "Hungriger Wolf" besteht nicht, wohl aber nach Stadecken-Elsheim.
Der benachbarte Standort "Hungriger Wolf" bei Bad Kreuznach wurde der mit dem Rufzeichen DA0HW von Funkamateuren des DARC OV Bingen am Rhein aktiviert. Der Turm lag einst auf der höchsten Stelle des Hügels. Dort steht heute ein kleines Laubwäldchen, zwischen den Bäumen ist dichtes Gestrüpp. Man bräuchte eine Machete, um sich Zugang zu verschaffen. Aktiviert wurde der Standort von einem Feldweg am Rand dieses Gestrüpps, angrenzend an einen Weinberg.
Da die beiden Bad Kreuznacher Ortsgruppen des DARC (Bad Kreuznach, Untere Nahe) faktisch tot sind, übernahm die benachbarte Ortsgruppe Bingen am Rhein. Folglich ist das Rufzeichen dem DOK K15 zugeordnet. QSL ausschließlich via Büro. Alle QSOs werden in das DCL eingepflegt.